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Hans Bellmer, Louise Bourgeois
Double Sexus
  • Editor
    Udo Kittelmann, Kyllikki Zacharias /Staatliche Museen zu Berlin
  • Sprache
    Deutsch/Englisch
  • Format
    22 × 28 cm
  • Eigenschaften
    160 Seiten, ungefähr 80 Farbabbildungen, Hardcover mit Leinen
  • ISBN
    978-3-899554-03-8
  • Veröffentlichung
    Januar 2010
  • Preis
    39,90 €
Werke von zwei bedeutenden Künstlern des Surrealismus

Körper verformen sich, lösen sich auf. Männliche und weibliche Geschlechtsformen verschmelzen miteinander. Menschliche Körper werden zu Fetischen, Gliedmaßen fehlen, andere verdoppeln sich und androgyne Körper entstehen. Die sexuell aufgeladenen Werke von Louise Bourgeois und Hans Bellmer weisen bemerkenswerte Parallelen auf, obwohl sich die Künstlerin und der Künstler tatsächlich nie begegnet sind: Louise Bourgeois (1911–2010) lebte bis 1938 in Paris, wo sie Kunst studierte, sie ging dann nach New York, wo ihre künstlerische Karriere begann. Dort unterhielt sie auch losen Kontakt zu einigen der im Exil lebenden Surrealisten. Hans Bellmer (1902–1975) kam 1938 aus Berlin nach Paris, wo er sich den Surrealisten anschloss, er stellte seine Arbeiten regelmäßig mit diesen aus.

Louise Bourgeois, Feministin aus Überzeugung, entlarvte in ihren Arbeiten das konventionelle Verständnis von sexueller Identität. Sie setzte sich skeptisch mit dem tradierten Bild der Frau auseinander und reflektierte dabei zugleich den surrealistischen Blick auf die Frau. Verschiedene Methoden der Surrealisten wie Fragmentierung und Metamorphose adaptierte sie für ihre eigenen Strategien.

Hans Bellmer schuf mit der Puppe die ideale Frau, in der sich alle seine Wünsche, Fantasien, aber auch die geheimen, verdrängten Ängste widerspiegeln. Er nimmt die Glieder auseinander und setzt die Körper neu zusammen. Die Puppe kann Frau und Mann zugleich sein. Diese Doppeldeutigkeit der Geschlechter setzt sich in Bellmers Zeichnungen nahtlos fort.

Die Publikation setzt die Arbeiten von Hans Bellmer und Louise Bourgeois erstmals miteinander in Dialog: Werke, die durch den männlichen und weiblichen Künstlerblick sowie persönliche Obsessionen und Begehren geprägt sind.

Hans Bellmer – Louise Bourgeois, Doube Sexus setzt den Dialog der Geschlechter auf zwei weiteren Ebenen fort: Dass eine Kunsthistorikerin und ein Kunsthistoriker die beiden Positionen nach allen Regeln der Kunstwissenschaft verorten, liegt nahe. Dass darüber hinaus Elfriede Jelinek (in einem bisher unveröffentlichten neuen Text) und Henry Miller (mit Texten aus Sexus) auf literarischer Ebene gegeneinander antreten werden, dürfte hingegen eine kleine Sensation sein, die prickelndes Lesevergnügen verspricht.

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