The Collective Eye: Im Gespräch mit Elmgreen & Dragset – Überlegungen zur kollektiven Praxis | DISTANZ

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The Collective Eye

Im Gespräch mit Elmgreen & Dragset – Überlegungen zur kollektiven Praxis

  • Editor
    Emma Nilsson, Dominique Garaudel, Heinz-Norbert Jocks / The Collective Eye
  • Sprache
    Deutsch
  • Format
    11 × 17,8 cm
  • Eigenschaften
    120 Seiten, 15 Farbabbildungen, Softcover
  • ISBN
    978-3-95476-403-7
  • Veröffentlichung
    Dezember 2021
  • Preis
    14,00 €

Genial in der Masse


Vertraten die Künstlerkolonien des 19. Jahrhunderts die Idee eines sozialen und ökonomischen Zusammenschlusses im Sinne der „Stadtflucht“, um in gemeinsamen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften der Natur zu frönen, so waren es die Künstlergruppen des beginnenden 20. Jahrhunderts, die mit ihren Bündnissen kunsthistorisch zuordenbare Programmatiken vertraten. Gleichwohl wurde der Künstler – männlich und weiß – fortwährend zu einem genialen Einzelwesen gekrönt. Warum wurde dieses Phänomen in einem sowohl vom Kunstmarkt als auch von den Künstler*innen geteilten Verständnis bis vor wenigen Jahren reproduziert, sodass Künstlerkollektive wie z. B. General Idea nur in Ausnahmefällen internationale Anerkennung erfuhren? Welche Bedingungen müssen geschaen werden, um dieses Paradigma zu überwinden? Und warum sind kollektives Denken und Handeln in anderen Bereichen wie Theater und Ballett, Mode, Musik und Kino längst nicht nur üblich, sondern Alltag?

Heute aktualisieren vor allem die Auswirkungen einer digital vernetzten und globalisierten Welt die Voraussetzungen und Nuancen der Vergemeinschaftung und gemeinsamen Tätigkeit als Kollektiv. Dennoch bildet der Kult der/des genuin allein schaenden Künstlers*in den Status quo. Andere Disziplinen scheinen dieses Problem längst überwunden zu haben. Und je nach sozialer Prägung und kultureller Identität variieren die Modelle des Kunstmachens stark. Diese Voraussetzungen bildeten die Grundlage für Gespräche, die das Kollektiv The Collective Eye dazu bewog, neben dem Organisieren von Ausstellungen und Symposien Überlegungen zur kollektiven Praxis in einer Buchreihe festzuhalten. Die ersten drei Bände der Reihe besprechen Praktiken kollektiven Handelns mit dem Künstlerduo Elmgreen & Dragset, dem ursprünglich als Lesegruppe gegründeten Kollektiv Slavs and Tatars sowie dem Theaterregisseur Roberto Ciulli. Sie sollen eine Annäherung an ein Thema sein, dessen wissenschaftliche Aufarbeitung noch in den Kinderschuhen steckt.

Elmgreen & Dragset ist der dritte Titel der Reihe Überlegungen zur kollektiven Praxis. Weitere Bände sind Roberto Ciulli und Slavs and Tatars.

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