Anke Hennig
Über die Dinge
Texte der russischen Avantgarde
BAND 181
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SpracheDeutsch
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Format10,5 × 16,5 cm
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Eigenschaften912 Seiten, Hardcover mit Leseband
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ISBN978-3-86572-580-6
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Preis26,00 €
Zwischen den Dingen
Mehr als 60 Texte von russischen Künstler*innen wie Kazimir Malevič, Daniil Charms, Varvara Stepanova und Dziga Vertov dokumentieren die Auseinandersetzung der Avantgarde mit einer Grundbedingung des industriellen Alltags, nämlich der Konfrontation mit den „Dingen”.
In vielen radikalen Strömungen wird das Ding als eine Alternative zum herkömmlichen Kunstwerk propagiert, weil nur das wirkliche Ding dem Erfahrungsverlust der Moderne begegne. Sehen die revolutionären Künstler*innen ihre Aufgabe darin, sich mit der industriellen Produktion zu solidarisieren und für einen „Neuen Menschen” neue Dinge zu entwerfen, so wollen auch die Schriftsteller*innen einer „Literatur des Fakts” Bücher mit Titeln wie Holz, Kohle und Zement schreiben. Zur selben Zeit streiten Theoretiker*innen darüber, ob die Kunst nun die spezifische Dinglichkeit ihrer künstlerischen Sprache erforschen solle oder vielmehr jene Dinge, auf die ihre Sprache nur verweisen kann. Solche Überlegungen werden durch die Philosoph*innen der russischen phänomenologischen Schule zusammengeführt, wenn sie über die „Sprache der Dinge” und den „sozialen Sinn” des Dinges nachdenken.
Anke Hennig (geb. 1971) arbeitet seit 2013 am Sonderforschungsbereich Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte bilden Theorie und Poetik des russischen Formalismus, Konzeptionen der Kunstsynthese in der russischen Avantgarde und der totalitären Ästhetik sowie Zeitmedialität des Films.