Ariel Reichman

Keiner soll frieren!
Museumsquartier der Stadt Osnabrück

Belastetes Material


Ariel Reichman (geb. 1979 in Johannesburg, lebt und arbeitet in Berlin) verbindet Fotografie, Film, Skulptur und Installation zu vielschichtigen Erfahrungsräumen, in denen er sich mit Themen der menschlichen Verletzlichkeit und Empathie beschäftigt. Als Reichman zufällig mit NS-Devotionalien auf einem Flohmarkt konfrontiert wurde, entstand das Bedürfnis, die Gegenstände aus dem Umlauf zu nehmen. Für sein­ ­jüngstes Projekt erwarb er daraufhin metallene NS-Objekte auf Online-­Plattformen, um sie anschließend einzuschmelzen und in neue Formen zu gießen. In diesem Zusammenhang stieß Reichman auch auf das im Jahr 1933 von Adolf Hitler ­eröffnete Programm des „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“ und betrachtete die unter der Parole „Keiner soll hungern, keiner soll frieren!“ beworbene propagandistische Spenden­aktion. Kleine Blumenabzeichen, die Spender*innen als Dank erhielten, werden in der Publikation abgebildet und befremden mit ihrer Ambivalenz von ­unverfänglicher Schönheit und kaltem Kalkül. 

Das Buch zur Ausstellung zeigt eine Auswahl von über 80 neu entstandenen Werken. Mit einem Vorwort von Nils-Arne Kässens, einem Essay der Kuratorin Mechthild Achelwilm zur Ausstellung, einem Beitrag von Thorsten Heese zum „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“ sowie einem Gespräch zwischen Sebastian Baden und dem Künstler.
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