Hans Zitko

Kunstwelt
Mediale und systemische Konstellationen
BAND 191

Eine Studie über die medialen und systemischen Konstellationen der Kunstwelt


Bei der Rezeption von Werken und Objekten der Kunst kommen zunächst vier Faktoren ins Spiel: Als Bedingungen der Wahrnehmung fungieren bestimmte Wissensbestände, entsprechende Präsentationsbedingungen sowie – nicht zuletzt – das Medium des Geldes. Sie bilden gemeinsam ein Rahmensystem, durch das ein Werk mit spezifischen Eigenschaften erst in Erscheinung zu treten vermag. Einschließlich des rezipierten Gegenstandes, der den vierten Faktor in diesem Geschehen abgibt, stehen alle Faktoren in stetiger Wechselwirkung.

Diese Wechselwirkung unterliegt historisch nicht unerheblichen Veränderungen. Im Zuge der Entwicklung der Moderne geraten alle Faktoren unter einen verschärften Legitimationsdruck, der immer neue Mechanismen der Legitimation und Stabilisierung der Dynamik des Systems auf den Plan ruft. Einer der für die Kunst besonders bedeutsamen Effekte dieser Dynamik ist die forcierte Aufwertung moralischer Motive in der Kunstproduktion und -rezeption, die mit bestimmten Verwerfungen in den moralischen Diskursen selbst einhergeht. Hans Zitko entwirft ein Strukturmodell der Kunstwelt und zeichnet auch die historische Entwicklung nach, an deren vorläufigem Endpunkt der heutige Kunstbetrieb steht.

Hans Zitko (geb. 1951 in Hamburg) ist als freier Autor tätig, dabei liegen seine Schwerpunkte in Bereichen der Ästhetik, Soziologie der Kunst, Religionswissenschaft, Theorie der Wahrnehmung sowie der Geschichte der bildenden Kunst und des Films. Als Gastprofessor für Wahrnehmungstheorie und Mentor der Promovenden war er bis 2018 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main tätig.

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