Henrike Naumann & Sung Tieu

Ruin
61. Biennale von Venedig

Fragen nach historischer Verantwortung


Die Künstlerinnen Henrike Naumann (geb. 1984 in Zwickau, gest. 2026 in Berlin) und Sung Tieu (geb. 1987 in Hải Dương, lebt und arbeitet in Berlin) bespielen den deutschen Pavillon auf der 61. Kunstbiennale von Venedig. Die Kuratorin Kathleen Reinhardt hat damit zwei Künstlerinnen benannt, die in ihren Œuvres gesellschaftliche und bürokratische Ordnungssysteme erforschen und kritisch hinterfragen. 

In Henrike Naumanns Arbeiten werden gesellschaftspolitische Probleme auf der Ebene von Design und Interieur reflektiert und das Reibungsverhältnis entgegengesetzter politischer Meinungen im Umgang mit Geschmack und persönlicher Alltagsästhetik erkundet. In ihren Installationen arrangiert sie Möbel und Objekte zu szenografischen Räumen, in welche sie Video, Sound und Performance integriert.

Sung Tieu verbindet Skulptur, Fundstücke, Klang, Video, Fotografie, Text und Archivmaterial zu räumlich verdichteten Installationen. Aufgewachsen zwischen politischen Systemen, entwickelt sie ihr Werk im Spannungsfeld von Biografie und Geopolitik und setzt sich mit den Nachwirkungen des Kalten Krieges, kolonialen Verflechtungen und den subtilen Mechanismen institutioneller Gewalt auseinander. Gesellschaftliche und psychologische Folgen von Migration, Bürokratie und Kontrolle werden untersucht. 

Der Katalog Ruin erscheint zur Ausstellung mit Texten von Bakri Bakhit und Clemens Villinger, Sabeth Buchmann, Kathleen Reinhardt und Kerstin Stakemeier.
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