Karl Philipp Moritz

Die Signatur des Schönen
und andere Schriften zur Begründung der Autonomieästhetik
BAND 180

Eine radikale Autonomieästhetik


Vor Kant, Schiller und Gautier und radikaler als sie formulierte Karl Philipp Moritz die ästhetische Autonomie: Was schön ist, muss nicht auch noch nützlich sein. Und was nicht nützlich ist, ist oft allein deshalb schön. Der Band Die Signatur des Schönen versammelt alle wichtigen Schriften Moritz’ zum Thema und erlaubt es so, die Entwicklung des Gedankens leicht nachzuvollziehen. Nebenbei erweist sich, dass die angeblich so unpolitische und unhistorische Autonomieästhetik eng mit der Entstehung des kapitalistischen Kulturbetriebs verbunden ist. Denn Moritz war keineswegs ein ätherischer Schöngeist, sondern ein aus Not viel zu viel schreibender Journalist, eine gelehrte Honorarkraft, ein Herausgeber von Zeitschriften, ein eiliger Verfasser von Ratgebern und Reiseführern, Grammatiken und Kinderbüchern. Ein abhängiger Kulturarbeiter entwarf die unabhängige Kunst.

Karl Philipp Moritz (1756–1793) war lange Zeit nur als Autor von Anton Reiser bekannt – einer der ersten psychologischen Romane der Weltliteratur. Allmählich fanden auch seine Schriften zur Mythologie, zur Sprachwissenschaft und vor allem zur Ästhetik mehr Beachtung. Moritz gilt heute als einer der vielseitigsten und interessantesten Köpfe der Klassik und frühen Romantik.

Stefan Ripplinger (geb. 1962 in St. Ingbert) arbeitet als Journalist, Essayist und Übersetzer. Er veröffentlicht regelmäßig Aufsätze zu Literatur, Kunst und Kino.

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