Martin Désilets

Matière Noire

Gespenster der Kunst


Der kanadische Künstler Martin Désilets (lebt und arbeitet in Montreal) rückt in seiner experimentellen fotografischen Praxis Museen und deren Sammlungen ins Zentrum, indem er sie zugleich verschwinden lässt. Seit 2017 besuchte er Museen in Europa, Kanada und den USA und fotografierte die vorgefundenen Werke.

Das Buch Matière Noire zeigt Désilets’ gleichnamige Werkserie, die als Versuch beschrieben werden kann, den Akt der Fotografie zu erschöpfen und aus dieser Fülle an Aufnahmen ein neues Werk zu schaffen: Sie werden in Gruppen von je hundert übereinandergelegt. „Die Überlagerung einer Vielzahl von Reproduktionen von Kunstwerken, gleichsam wie Sterne, deren Licht nicht mehr zu uns gelangt, bildet eine Art empfindliche Schicht, quasi das Negativ der Kunst“, schreibt Michel Poivert. Es entstehen Palimpseste, die das in ihnen angesammelte Material bewahren und verschleiern.

Der umfangreiche Bildteil der Monografie wird ergänzt durch All the Disasters of War, ein weiteres Hauptwerk des Künstlers, das auf Francisco de Goyas Serie Distasters of War basiert, sowie durch Essays der Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin Catherine Nichols, des Kunsthistorikers und Kurators Michel Poivert und der Kunsthistorikerin Pauline Martin.

Weitere Bücher