Queere Kunst in der DDR?
Biografien zwischen Underground und Propaganda
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EditorStephan Koal, KVOST
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SpracheDeutsch/Englisch
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Format22 × 28 cm
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Eigenschaften136 Seiten, ungefähr 300 Farbabbildungen, Softcover
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ISBN978-3-95476-858-5
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VeröffentlichungMärz 2026
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Preis38,00 €
Identität, Anpassung, Selbstbehauptung
Die Lebenssituation queerer Menschen in der DDR war von staatlicher Kontrolle, Tabuisierung und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit geprägt. Zwar schaffte die DDR bereits 1968 und damit wesentlich früher als die BRD im Strafgesetzbuch den § 175 ab, doch blieb mit § 151 eine Ungleichbehandlung bestehen. Trotz schrittweiser Entkriminalisierung blieb Homosexualität gesellschaftlich und politisch stark stigmatisiert. Nach dem Mauerfall verbesserte sich die Situation queerer Künstler*innen nicht signifikant – im Gegenteil: Viele Künstler*innen aus der DDR drohten in Vergessenheit zu geraten.
Die Verbindung beider Perspektiven – queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der kommunistischen Diktatur – bleibt bisher ein weitgehend unerforschtes Feld. Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt beleuchtet queere künstlerische Positionen aus der DDR und widmet sich der Frage, wie Sexualität die Kunst und professionelle Entwicklung unter der kommunistischen Diktatur beeinflusste. Anhand von Künstler*innenbiografien und Werken von Toni Ebel, Andreas Fux, Harry Hachmeister, Jochen Hass, Dorothea von Philipsborn, Erika Stürmer-Alex, Rita „Tommy“ Thomas, Jürgen Wittdorf und Egon Wrobel zeigt das Buch, wie unterschiedlich die Kunstschaffenden mit den politischen und gesellschaftlichen Einschränkungen ihrer Zeit umgingen.
Mit Essays von Birgit Bosold, Dorothee Brill, Maria Bühner, Christine Heidemann, Stephan Koal, Christoph Tannert und Raimund Wolfert.