Susan Philipsz

War Damaged Musical Instruments

Klang der Zerstörung


Die schottische Künstlerin Susan Philipsz (geb. 1965 in Glasgow; lebt und arbeitet in Berlin) formt Werke, die um Erinnerung, Melancholie und Verlust kreisen. Seit etwa zwei Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit dem Rearrangement sowohl musikalischer und literarischer Quellen als auch ihren historischen Bezügen. Dabei benutzt die Künstlerin oft geläufige Musiksequenzen von Bands wie Nirvana, Radiohead und Velvet Underground oder arbeitet mit irischen und schottischen Balladen, Folksongs und klassischen Kompositionen, die sie gekonnt in ortsspezifische Soundinstallationen überführt. 2010 erhielt sie den Turner Prize. 

Mit dem Projekt War Damaged Musical Instruments entwickelt Philipsz ein visuelles wie auditives Archiv kriegsbeschädigter Musikinstrumente aus Museumssammlungen in Großbritannien und Deutschland: ein zerschossenes Flügelhorn; ein Kavallerie-Horn, geborgen aus dem Wrack des britischen Frachters SS Pomeranian, der 1918 von einem deutschen U-Boot versenkt wurde; eine von einem Schrapnell zerstörte Klarinette; und eine deutsche Tuba, als Trophäe im Grabenkrieg erbeutet. Das Buch umfasst neben Fotografien der Instrumente weitreichende Informationen über den Hintergrund der einzelnen Klänge. Historisches Material, Karten, Fotos und schriftliche Berichte legen die Ereignisse offen, bei denen die Instrumente beschädigt wurden. Mit einem Essay von Jasper Sharp. Ein im Buch integrierter Audioguide reichert die visuellen Recherchen mit den außergewöhnlichen Klangkompositionen der Künstlerin an

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