Thomas Struck
Übersehen – Ein Berliner Koffer
Fotografien von Fide Struck 1928 – 1941
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SpracheDeutsch
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Format32 × 23 cm
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Eigenschaften112 Seiten, 85 s/w-Abbildungen, Softcover
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ISBN978-3-95476-883-7
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VeröffentlichungMai 2026
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Preis38,00 €
Der Blick auf das Übersehene
Friedrich (genannt Fide) Struck (geb. 1901 in Hamburg, gest. 1985 ebenda) war kaufmännischer Angestellter, Amateurfotograf und freier Bildberichterstatter. Seine Aufnahmen sind Zeugnisse der vielschichtigen Amateur-, Straßen- und Arbeiterfotografie der ausgehenden Weimarer Republik und der Vorkriegszeit. Angelehnt an die Bildsprache der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens bestechen die Motive durch ungewöhnliche Perspektiven, Fluchten und Kontraste sowie durch markante Porträts. Unter dem NS-Regime wurde die sozialkritisch geprägte Arbeiterfotografie gefährlich, Struck wandte sich daher unpolitischen Sujets zu. Nach 1934 fotografierte er Werbung, seine Familie und Menschen am Rand der Gesellschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg griff er nur noch selten zur Kamera.
Seine Glas- und Filmnegative packte Fide Struck im Sommer 1941 in Berlin in einen Holzkoffer, der ihn in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit durch Westdeutschland begleitete und nach seinem Tod wieder in Berlin landete. Fide Strucks Sohn Thomas öffnete ihn im Jahr 2015, nur zwei Kilometer vom Berliner Lützowplatz entfernt, wo er vor 74 Jahren gepackt worden war. Der Koffer hatte den Krieg überstanden, war verloren und wiedergefunden worden, in Kellern und auf Dachböden aufbewahrt und kehrte schließlich an seinen Ausgangspunkt zurück.
Anlässlich der Ausstellung im Willy-Brandt-Haus erscheint erstmals ein umfassender Band mit Fide Strucks Berliner Fotografien. Thomas Struck schildert in erzählerischen Beiträgen die Geschichte des Fundes. Die Bildfolgen zeigen einen Alltag abseits des offiziellen Blicks auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.