Till Kadritzke
Der Himmel über der Naunynstraße
Gastarbeit, Rassismus und Film im Westdeutschland der 1970er-Jahre
BAND 225
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SpracheDeutsch
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Format12 × 19 cm
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Eigenschaften200 Seiten, Flexcover
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ISBN978-3-95476-900-1
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Preis22,00 €
Was erzählen migrantische Filme der 1970er-Jahre über die Bundesrepublik, was die Bundesrepublik über sich selbst nicht erzählte? Filme aus der Exilerfahrung finden selten Eingang in nationale Archive. Der neue FUNDUS-Band Der Himmel über der Naunynstraße von Till Kadritzke nimmt deshalb ein vergessenes Fernsehexperiment – die Verfilmungen von Aras Örens Naunynstraßen-Poemen – zum Ausgangspunkt einer Reise durch ein bislang vernachlässigtes filmisches Archiv der 1970er-Jahre.
Der Autor Aras Ören kam 1969 nach Berlin-Kreuzberg und entwarf mit dem Langform-Gedicht Was will Niyazi in der Naunynstraße? (1973) ein Panorama türkischer und deutscher Arbeiter*innen in West-Berlin. Gemeinsam mit dem Regisseur Friedrich W. Zimmermann entstand daraus der Fernsehfilm Frau Kutzer und andere Bewohner der Naunynstraße.
Der Film steht exemplarisch für ein transnationales Kino, das Migration seit den 1960er-Jahren aus migrantischer Perspektive verhandelte. Dieses Kino machte Erfahrungen von Arbeit, Rassismus und Zugehörigkeit sichtbar, die dem damaligen Mehrheitsdiskurs widersprachen – und bis heute nachwirken.