Wolfgang Müller

Neuauflage: Subkultur Westberlin 1979–1989
Freizeit
BAND 203

Streifzüge durch die wilde Punk-Ära Westberlins


Angeschoben von den Impulsen des Punk entwickelt sich in Westberlin Ende der 1970er-Jahre eine vielfältige Subkultur. Super-8-Kinos, Bands und Minilabels wurden gegründet, Fanzines kopiert, illegale Bars und Punkclubs wie das Risiko wurden zu Treffpunkten der „Antiberliner“: Punks, Alternative, Industrial und Elektronikfans, Polit-Anarchos, Queers und Künstler*innen mit oder ohne Werk.

Wolfgang Müller, Mitbegründer der Gruppe Die Tödliche Doris und selbst Protagonist jener Geschehnisse, liefert ein Stück Zeitgeschichte aus Insider-Perspektive: kenntnisreich, witzig, respektlos – eine furios erzählte Geschichte der Westberliner Subkultur der Jahre 1979 bis 1989. So treten neben vielen anderen auf: Gudrun Gut, Die Einstürzenden Neubauten und Iggy Pop in einer Telefonzelle, Christiane F., der spätere Loveparade-Gründer Dr. Motte und Ratten-Jenny, die 1978 Martin Kippenberger attackierte. Aber auch Orte werden aufgerufen – Flohmärkte oder illegale Kulturstätten wie der Kuckuck. Subjektiv und geistreich schließt Wolfgang Müller eine Lücke im Verständnis dieser Zeit.

Wolfgang Müller (geb. 1957) lebt als Künstler, Musiker und Autor in Berlin. Das von ihm herausgegebene Merve-Bändchen Geniale Dilletanten (1982) wurde nicht allein wegen des Rechtschreibfehlers im Titel legendär. Er hat zahlreiche Ausstellungen, Hörspiele und Platten gemacht, und ist Autor u. a. der Bücher Hormone des Mannes (1995), Neue Nord-Welt (2005), Neues von der Elfenfront (2007) und Valeska Gert. Ästhetik der Präsenzen (2010).

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