Yoel Díaz Vázquez

Previsión: A Critical Fabulation of a Silenced Newspaper

Das Schweigen brechen


Yoel Díaz Vázquez (geb. 1973 in Havanna, Kuba; lebt und arbeitet in Berlin) untersucht in seinen Arbeiten, wie Macht, Ideologie und koloniale Dynamiken das soziale, kulturelle und historische Gedächtnis prägen, und beleuchtet zugleich individuelle und kollektive Reaktionen, die diese Strukturen in Frage stellen. Durch die Kombination von Video, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation und Druckgrafik verwandelt er Archivmaterial und eigene dokumentarische Aufzeichnungen in neue Narrative. Im Zentrum seiner Arbeit steht dabei das Bestreben, marginalisierten Stimmen Sichtbarkeit zu verleihen.

Für sein jüngstes Projekt entwickelte Díaz Vázquez eine zeitgenössische Neuauflage der Zeitung Previsión. Sie wurde 1908 von Evaristo Estenoz als Organ der afro-kubanischen politischen Partei Partido Independiente de Color (PIC) gegründet, die sich für die Rechte schwarzer Kubaner*innen einsetzte und 1912 auf Befehl des zweiten Präsidenten der Republik Kuba, José Miguel Gómez, nach einem Aufstand brutal zerschlagen wurde. Der Künstler thematisiert das über Jahrzehnte aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängte Massaker an dem Herausgeber der Zeitung sowie an tausenden Parteimitgliedern, das den Höhepunkt der Repression gegen afro-kubanische Bewegungen markierte.

In der Publikation werden künstlerische Arbeiten mit Archivmaterialien und Beiträgen von Sandra Álvarez Ramírez, Alejandro de la Fuente, Yoel Díaz Vázquez, Arsenio Rodríguez Quintana, Anamely Ramos und Yesenia Selier verbunden.

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